31. Traditionelles Dreikönigstreffen ein voller Erfolg

Politische Korrektheit im Fokus

FBP-Stadtverband: Beim Dreikönigstreffen ist die Hamburger Publizistin Bettina Röhl zu Gast. Sie kritisiert die Bundesregierung.

 

Lemgo (reh). Weniger politische Korrektheit und mehr Mut zur eigenen Meinung - das hat die Hamburger Publizistin Bettina Röhl beim Dreikönigstreffen der Lemgoer Liberalen gefordert. Die durch ihre Veröffentlichungen über die Vergangenheit des früheren Außenministers Joschka Fischer bekannt gewordene Tochter der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof kritisierte als Gastrednerin im "Stadtpalais" die aktuelle politische Lage.

 

Political Correctness gehöre heute zum Zeitgeist, bedauerte Röhl in ihrem Vortrag. Nicht nur bei den Bürgern habe sie sich eingebrannt, auch in der Bundesregierung habe sie schon lange ihren Platz. Dabei schränke politische Korrektheit ein und erdrücke. Öffentliche Diskussionen und private Gespräche seien kaum noch möglich. Wer eine andere Meinung vertrete oder auch nur laut darüber nachdenke, werde schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt, schilderte sie ihren Eindruck.

 

Doch warum halten so viele Bürger an der politischen Korrektheit fest? Warum denken und handeln nur so wenige Menschen liberal? Ist es vielleicht einfacher, im Strom mitzuschwimmen, anstatt sich selbst Gedanken zu machen? - das waren einige Fragen, mit denen sich die Schriftstellerin in ihrem Vortrag auseinandersetzte. Sie plädierte dafür, Dinge kritisch zu hinterfragen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Gleichsam gehöre es zum liberalen Denken dazu, sich auch mal eines Besseren belehren zu lassen. Allerdings erfordere es viel Mut, sich nicht automatisch anzupassen.

 

Diesen Mut sollte die FDP stärker aufbringen, führte die Gastrednerin in der anschließenden Diskussionsrunde aus. Die Liberalen müssten mehr Engagement zeigen, lebhafter sein, und etwas riskieren.

 

Text: Lippische Landes-Zeitung vom 09.01.2017